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Förderpreis für Absolventinen Dipl.-Ing. Anne Baars und Dipl.-Ing. Janina Leimbeck

Förderpreis 2007

Am 26.10.2007 ehrte der Förderkreis der Fachhochschule Trier die Jahrgangsbesten 2006 und vergab zwölf Mal den mit jeweils 250 Euro dotierten Förderpreis der FH Trier für hervorragende Abschlussarbeiten.
Aus der Fachrichtung BLV - Lebensmitteltechnik erhielten Anne BAARS und Janina LEIMBECK, die im Jahre 2006 ihre Diplomarbeiten abgeschlossen hatten, den Förderpreis.

 

ANNE BAARS

Nachweis von Noroviren in Lebensmitteln durch real-time RT-PCR

Noroviren sind für einen Großteil nicht bakteriell bedingter Gastroenteritiden bei Kindern (ca.
30 %) und Erwachsenen (ca. 50 %) verantwortlich, so wurden im Jahre 2005 62.189 Meldungen an das Robert-Koch-Institut übermittelt; sie nahmen damit noch vor Salmonella, Campylobacter und Rotaviren die führende Position unter den meldebedingten Gastroenteritiserregern ein. In vielen Fällen verläuft die Erkrankung glimpflich, ältere Menschen und Kinder können durch starken Flüssigkeits- und Elektrolytverlust lebensgefährlich bedroht werden.
Noroviren können bisher in Zellkulturen nicht vermehrt werden können, daher ist ein kultureller Nachweis nicht möglich, statt dessen werden Elektronenmikroskopie, Enzyme-linked-immuno-sorbent-assay oder RT-PCR (Reverse Transkriptase-Polymerase-Kettenreaktion) zum Nachweis benutzt. Alle drei Methoden können zur Untersuchung von Stuhlproben mit hoher Virenlast eingesetzt werden, da in Lebensmitteln die Viruslast relativ gering ist (für eine Infektion sind nur ca. 10 – 100 Viruspartikel erforderlich), ist hierfür allerdings der Nachweis der viralen RNA (Noroviren sind einzelstängige RNA-Viren) per RT-PCR die einzige Methode, die genügend sensitiv ist.
Frau Baars etablierte den Nachweis von Noroviren per one-step-RT-PCR am Deutschen Institut für Lebensmitteltechnik, Quakenbrück; dabei wird zunächst die Viren-RNA isoliert, anschließend durch den Einsatz einer reversen Transkriptase in eine copy DNA umgeschrieben, diese cDNA kann dann mittels PCR vervielfältigt werden. Da RNA-Moleküle sehr rasch durch "allgegenwärtige" RNasen hydrolysiert werden, die zudem sehr stabil und somit schwierig zu inaktivieren sind und zum anderen Noroviren hochinfektiös sind, so daß eine Gefährdung des Experimentators und der anderen im Labor arbeitenden Personen möglich ist, erforderte das Thema dieser Arbeit extrem sorgfältiges und genaues Arbeiten, eine Herausforderung, die Frau Baars erfolgreich meisterte. Frau Baars erlernte zunächst das Arbeiten mit RNA mit RNA aus Bakterien, die leichter in ausreichender Menge verfügbar war, etablierte dann einen Virusnachweis mit einem Modellvirus (dem Bakteriophagen MS2), ermittelte nachfolgend die Nachweisgrenze für Noroviren in Modellproben und erarbeitete dann erfolgreich die Wiederfindung von Noroviren in Lebensmittelproben.
Auch die Tatsache, daß Frau Baars sich in die Feinheiten dieses intellektuell und experimentell anspruchsvollen Nachweises sehr selbständig einarbeitete, vorhandene Literatur auswertete und sicher für eine sinnvolle Planung eigener Versuche nutzte und sich einen sehr guten Überblick des aktuellen Wissensstandes erarbeitete, belegt die herausragende Qualität der von Frau Baars in der Diplomarbeit geleisteten Arbeit.


JANINA LEIMBECK

Hinter der komplexen Aufgabenstellung
Selektion eines recyclingfähigen, ausspülbaren Entschäumers
für Flaschenwaschmaschinen

verbirgt sich auch eine recht schwierige Aufgabe:
In Flaschenreinigungsmaschinen für Mehrwegflaschen für Bier und andere Getränke wird dauern eine große Menge Reinigungsmittellösung mit hohen Temperaturen und hohem Reinigungsmitteleinsatz benötigt. Diese bis zu 30 m³ umfassende Reinigungslösung kann aus ökologischen und aus Kostengründen nicht einfach entsorgt werden.

Vielmehr wurden moderne, wirkungsvolle Membranfilterverfahren entwickelt, mit denen aus diesen Reinigungslösungen die Schmutzstoffe herausfiltriert werden und dadurch die Lösung immer wieder verwendet werden kann.

Ein Teil der Reinigungschemikalien ( die Entschäumer) stellen dabei ein besonderes Problem dar. Entweder sie blockieren die zur Filtration benötigte feine Filtermembran oder sie haften so fest an den Flaschenmaterialien Glas oder PET, dass sie nachher Einfluss auf das Getränk nehmen können.

Aufgabe von Frau Leimbeck war es, aus einer Vielzahl von verfügbaren Tensiden diejenigen auszusuchen, die ihre Reinigungswirkung ohne Schaumbildung erfüllen, sich mit der Lösung vom Schmutz abfiltrieren lassen und nicht als Rückstand in den Flaschen verbleiben. Dazu musste sie sehr tiefgehende Kenntnisse über die chemischen Eigenschaften von Tensiden erwerben, ihre Kenntnisse in der Verfahrenstechnik von Membranfilter-  und Reinigungsverfahren auffrischen und dann sehr fleißig die theoretisch möglichen Chemikalien in einer umfangreichen Testreihe auf die geforderten Eigenschaften testen.

Sie hat diese Aufgaben sehr erfolgreich bewältigt und tatsächlich eine Auswahl von brauchbaren Tensiden für den zukünftigen Praxiseinsatz vorschlagen können.

 

Vera Bauer,  3. Februar 2016